Unternehmer und die Abgeltungssteuer

Februar 22, 2008

Nicht nur für Anleger, sondern auch für Unternehmer und Selbständige hält die ab 2009 geltende Abgeltungssteuer einige Neuerungen und auch Stolperfallen bereit. So wären nach der ursprünglichen Regelung etwa auf dem Privatkonto eines Unternehmers angefallene Guthabenzinsen mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wenn dieser dort bzw. über dieselbe Bank gleichzeitig einen betrieblichen Kredit aufgenommen hätte.

Im Zuge der Verabschiedung des Jahressteuergesetzes 2008 wurde dieses Problem jetzt aber entschärft. So tritt anstelle der pauschalen Besteuerung im Rahmen der Abgeltungssteuer die vom persönlichen Einkommensteuersatz abhängende Besteuerung nur dann ein, wenn das Guthaben und der Kredit in wirtschaftlichem oder zeitlichem Zusammenhang stehen.

Werden Guthabenzinsen und Kreditzinsen zu marktüblichen Konditionen vereinbart, wird ein solcher Zusammenhang in aller Regel nicht angenommen und der Unternehmer kann seine Guthabenzinsen vom Privatkonto mit dem günstigeren Pauschalsteuersatz der Abgeltungssteuer versteuern.

Da gerade Unternehmer und Selbständige oftmals zu den Besserverdienenden zählen und den Spitzensteuersatz von derzeit 45 Prozent zahlen, macht es sich schon bemerkbar, ob derartige Zinserträge mit 45 Prozent oder dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,50 Prozent versteuert werden.

Ein wirtschaftlicher Zusammenhang von Guthaben und Kredit wäre im Übrigen dann gegeben, wenn ein Unternehmer bei seiner Hausbank einen Kredit aufnimmt und den nicht benötigten Teil daraus auf seinem Girokonto als Guthaben liegen lässt.

Die damit erzielten Zinsen wären dann mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

Werden die Guthabenzinsen allerdings aufgrund von Eigenkapitaleinlagen oder Gewinnen bzw. laufenden Einnahmen erzielt und stehen mit einem etwaigen Kredit nicht in Zusammenhang, dann erfolgt die günstigere Besteuerung über den Steuersatz der Abgeltungssteuer.