Das Saxophon

August 12, 2008

Das Saxophon hat seinen Siegeszug Anfang des 19. Jahrhunderts als Soloinstrument im Jazz angetreten und findet auch in der aktuellen Popmusik seinen Einsatz – diese beachtliche Entwicklung konnte der Erfinder Adolphe Sax jedoch nicht mehr miterleben. Der begnadete belgische Erfinder und Instrumentenbauer, der unzählige seiner Kreationen zum Patent anmeldete und neben Instrumenten auch verschiedene Apparaturen erfand, verstarb im Februar 1894 völlig verarmt und einsam in Paris.

Sax studierte in seiner Jugend Gesang, Flöte, Klarinette und Harmonielehre und konzentrierte sich in seiner Anfangszeit als Instrumentenbauer zunächst auf die Überarbeitung von Instrumenten, bevor er auch eigene Ideen zu neuen Instrumenten umsetzte. Um 1840 entstand so das erste Saxophon, ein Bass, welcher wenige Jahre später der musikalischen Öffentlichkeit vorgestellt und in Frankreich zum Patent angemeldet wurde. Die Erfindung von Sax fand zunächst in der Militärmusik Anklang und Adolphe Sax gründete aufgrund dieses Erfolges eine eigene Firma, welche sich mit der Herstellung des Saxophons beschäftigte. Sax musste diverse Streitigkeiten mit anderen Musikern austragen, da die großen Orchester das Saxophon kollektiv ablehnten und auch mehrfache Patentstreitigkeiten aufkamen.

Der Belgier galt zudem als Lebemann, der sich kaum Freunde machte –seine Firma jedenfalls musste gleich zweimalig den Ruin bekannt geben. Die dritte Pleite bedeutete schließlich das endgültige Aus für Sax` Unternehmen. Die beachtliche Instrumentensammlung von Adolphe Sax und das Interieur seines Unternehmens wurden anschließend zwangsversteigert – zum Zeitpunkt seines Todes war Sax schließlich verarmt und vollkommen allein. Aus der musikalischen Versenkung wurde das Saxophon schließlich von den schwarzen Musikern in und um New Orleans geholt – der Jazz war geboren, welcher bis heute durch das Saxophon geprägt wird.