Neues von der unendlichen Geschichte: Pannen bei der Hypo Real Estate

April 10, 2009

Das Urteil unabhängiger Finanzexperten fällt eindeutig aus: Faule Kredite und unsichere Darlehen waren der Anfang – die Gier nach schnellem Geld und planlose Investitionen an den Finanzmärkten haben den Untergang der Hypo Real Estate (HRE) besiegelt. Was auf dem amerikanischen Markt mit geplatzten Baufinanzierungen begann, hat sich längst zur größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit entwickelt.

Katastrophal sind die Auswirkungen des Missmanagements vor allem für die ohnehin schon geschundenen deutschen Steuerzahler: Zwischen 44 bis weit über 100 Milliarden Euro drohen der Staatskasse durch die Bankpleite verloren zu gehen. Fast die gesamte Vorstandsebene der HRE ist inzwischen ausgetauscht. Gegen ehemalige Verantwortliche wie den Ex-Vorstandsvorsitzenden Georg Funke laufen Strafanzeigen. Sämtliche Transaktionen des Hypo Real Estate Managements der letzten Jahren werden nun einer internen Prüfung unterzogen. Alles scheint auf eine Zwangsenteignung der Aktionäre hinauszulaufen – ein beispielloser Fall in der deutschen Geschichte.

Auch die Politik bleibt vom Sog der Ereignisse nicht verschont. Die Oppositionsparteien in der Bundesregierung verlangen bereits eine Untersuchung der Rolle von Finanzminister Steinbrück im HRE-Drama. Und das Spiel ist noch längst nicht vorbei: Die Investorengruppe J.C. Flowers signalisiert weiteren Widerstand gegen die Pläne der Bundesregierung. Der Fall Hypo Real Estate ist eine Geschichte voll dramatischer Pannen und Fehlentscheidungen – bis das gesamte Ausmaß der Misere aufgedeckt ist, wird aber noch einige Zeit vergehen.