Anleihen wieder attraktiver

Februar 23, 2008

Die jüngsten Turbulenzen und Skandale an den Weltbörsen und internationalen Bankenmärkten haben für einige Anleger auch ihr Gutes. So sind Unternehmensanleihen jetzt wieder deutlich attraktiver. In den letzten Jahren kam es zu der ungewöhnlichen Situation, dass Anleihen von Unternehmen mit guter Bonität ähnlich hohe bzw. niedrige Renditen wie Staatsanleihen eingebracht haben. Damit wurden sie dem Risikoaufschlag nicht gerecht, den Anleger eingingen, wenn sie sich für die Anleihen eines Unternehmens entschieden. Diese Situation hat sich jetzt geändert und Unternehmensanleihen bieten wieder höhere Renditen als Staatsanleihen. Der Grund dafür: während sich Anleger in erster Linie in Staatsanleihen stürzen, um vor weiteren Überraschungen am Aktienmarkt geschützt zu sein, haben die Kurse auch bei Anleihen von Unternehmen mit hervorragender Bonität auf breiter Front nachgegeben.

Anlegern, die auf Zinseinnahmen setzen, kommt diese Normalisierung sehr gelegen, können sie sich doch auf diesem Wege mit Anleihen bonitätsstarker Unternehmen versorgen und auf diesem Weg attraktive Zinsen kassieren.

Wichtig ist hierbei zu beachten, dass Anleihen mindestens zwölf Monate im Depot gehalten werden müssen, damit bei einem Verkauf etwaige Kursgewinne aus der Differenz zwischen Kaufpreis und Rücknahmepreis steuerfrei vereinnahmt werden können.

Hinsichtlich der Zinsbesteuerung können sich Anleger ebenfalls freuen. Mussten Zinsen oberhalb des Sparerfreibetrages auch bei Anleihen bislang mit dem persönlichen Steuersatz des Anlegers versteuert werden, gilt für derartige Erträge ab 2009 ebenfalls die neue Regelung der pauschalen Besteuerung im Rahmen der Abgeltungssteuer.

Besonders Anleger mit hohem Einkommensteuersatz profitieren dann, wenn sie ihr Geld in sichere und zugleich attraktiv verzinste Anleihen anlegen. Bei nur noch 25 Prozent Steuern (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) ergibt sich zum Beispiel bei einer sechsprozentigen Unternehmensanleihe eine Nachsteuerrendite von etwas unter vier Prozent.